Hans Wagner

Hauptmann Hans Wagner ‚ÄěVater der Philatelistentage"
Bericht anl√§sslich des 75 Geburtstages aus ‚ÄěDas Postwertzeichen" 2. Jahrgang, 2. Sept. 1927, Nr. 3; √ľberarbeitet und erg√§nzt.

Als Sohn eines Kreisgerichtsrates wurde Hans (Johannes) Wagner am 18. September 1852 in der Lutherstadt Wittenberg geboren. Dort besuchte er von 1864 bis 1871 das humanistische Gymnasium. Nach Absolvierung seiner Schulzeit widmete er sich der militärischen Laufbahn.

                                                              

Hauptmann Hans Wagner
(um 1892)

Er trat in den k√∂niglich preu√üischen Milit√§rdienst ein und wurde 1873 Leutnant in einem hessischen Regiment in Mainz. Im Jahre 1893 musste er infolge andauernder schwerer Erkrankung als Hauptmann seinen Abschied nehmen. Bei seinem Ausscheiden wurde er durch Verleihung des Roten Adlerordens IV. Klasse ausgezeichnet, nachdem ihm schon vorher der Verdienstorden Philipps des Gro√üm√ľtigen mit Schwertern verliehen worden war.

Was seine philatelistische T√§tigkeit anbelangte, besch√§ftigte sich Hans Wagner schon 1859 als 7j√§hriger Knabe mit dem Sammeln von Briefmarken. Nach kurzer Zeit erreichte seine Sammlung einen beachtlichen Umfang. Reisen ins benachbarte Ausland brachte ihn mit dort beheimateten Sammlern in pers√∂nlichen Kontakt. Eine Weltreise f√ľhrte ihn u. a. auch nach China.

Fachzeitschriften und das Studium von Forschungsberichten begleitete von Anfang an seine Sammlert√§tigkeit. In den achtziger und neunziger Jahren erschienen √∂fters Aufs√§tze von ihm in der philatelistischen Fachpresse, auch hielt er Vortr√§ge in Vereinen. All seine Arbeiten sind vom Geiste der philatelistischen Forschung durchdrungen und legen Zeugnis ab von seinem vielseitigen philatelistischen Wissen. Fr√ľhzeitig hatte er erkannt, dass zur Bek√§mpfung so mancher nachteiliger Einfl√ľsse und Sch√§den eine pers√∂nliche Aussprache der Sammler dringend notwendig war.

Auf der dritten ordentlichen Hauptversammlung des ‚ÄěVerein f√ľr Briefmarkenkunde Mainz” wurde Hans Wagner am 8. Januar 1889 zum 1. Schriftf√ľhrer gew√§hlt. Zu dieser Zeit war er im “Sammlerverein f√ľr Privatpostwertzeichen Mainz”, den er 1888 gr√ľndete, bereits 1. Vorsitzender. In seiner Zeit als Schriftf√ľhrer stand die 100. Sitzung des ‚ÄěVerein f√ľr Briefmarkenkunde Mainz” an. Er schlug vor, diesen Tag feierlich zu begehen und benachbarte Freunde und Vereine zu einem ‚Äěrheinischen Philatelistentag” einzuladen. Dieser Vorschlag wurde vom Vorstand mit Freude aufgenommen.

Der “Verein f√ľr Briefmarkenkunde Mainz” lud zum 18. August 1889 anl√§sslich seiner Feier der 100. Sitzung zum “Ersten rheinischen Philatelistentag” ein. Infolge der gro√üen Beteiligung nicht-rheinischer Vereine wurde dieser Tag als “Erster deutscher Philatelistentag” ausgerufen. Der Antrag von Hans Wagner, allj√§hrlich einen allgemeinen deutschen Philatelistentag abzuhalten, brachte ihm den Ehrentitel “Vater der Philatelistentage” ein.

Das Hans Wagner mit klarem Blick die Bedeutung der Philatelistentage bereits zu einer Zeit erkannte, wo die Erkenntnis in f√ľhrenden Kreisen noch ganz vereinzelt war, deutet schon darauf hin, wie unersetzlich sein Rat und seine Hilfe sp√§ter noch oft genug dem Einheitsgedanken gewesen ist. Die Kr√∂nung seines Werkes gelang ihm auf dem 8. Deutschen Philatelistentag in K√∂ln am Rhein 1896, wo auf seinen Antrag die Vereine Deutschlands und √Ėsterreichs sich zu einem “Bund deutscher und √∂sterreichischer Philatelistenvereine” zusammenschlossen. Durch diese Gr√ľndung hat sich Hans Wagner einen unverg√§nglichen Verdienst erworben, hat er doch der deutschen Sammlerwelt die so lange ersehnte Einigkeit gegeben und ihr damit den Weg gezeigt, den sie fortan zu gehen hat.

Zahlreiche Ehrungen wurden ihm zuteil, u.a. schuf ihm zu Ehren der Mainzer Verein am 22. April 1909 die ”Hans-Wagner-Medaille”. Anl√§sslich des 25. Deutschen Philatelistentages in Hannover am 18. August 1913 wurde ihm im Auftrag der Deutschen und √Ėsterreichischen Vereine als √§u√üeres Zeichen des Dankes ein silbernes Service √ľberreicht, wie auch s√§mtliche Bundesvereine ihn zum Ehrenmitglied ernannt haben. Einen sch√∂neren Dank kann es kaum geben, einzig in seiner Art, wie ihn eben auch nur solche M√§nner der Tat verdienen k√∂nnen.

Sein Augenleiden zwang ihn nach 50-j√§hriger philatelistischer T√§tigkeit sich von der √Ėffentlichkeit zur√ľckzuziehen, was ihn aber nicht hindern konnte, nach wie vor treu zur Sache zu stehen. Am 21. Juli 1940 starb Hans Wagner in Frankfurt am Main.

Die Träger der Hans-Wagner-Medaille

Die Hans-Wagner-Medaille wird seit 1909 durch den Verein f√ľr Briefmarkenkunde von 1885 e.V. Mainz verliehen.

             

1910 Dr. med. Ludwig König, Kiel

1913 Geh. Justizrat Emil Pauli, Berlin

1913 Ernst Vicenz, Hamburg

1918 Viktor Suppantschitsch, Wien

1920 Hugo Krötzsch, Leipzig

1925 Arthur Ernst Glasewald, Gössnitz

1928 Prof. Ludwig Hesshaimer, Wien

1931 Prof. Erich Stenger, Berlin

1935 August Stapf, Wörrstadt

1938 Hans von Rudolphi, Berlin

1941 Baurat Alfred Luce, Eschbom

1947 Dr. phil. Franz Kalckhoff, Einbeck

1947 Dr. Arthur Schröder, Clieve bei Lippstadt

1950 Konsul Hermann Deninger, Frankfurt/Main

1953 Richard Renner, Hamburg

1956 Dr. Otto Nicodemus, Frankfurt/Main

1959 Dr. F. W. Gerhard Schmidt, Berlin

1962 Bankdirektor a.D. Fritz Fasse, Mainz

1965 Ing. Alois Bögershausen, Wuppertal

1968 Carlo Buerose, Frankfurt/Main

1971 Rechtsanwalt Wilhelm K√§hler, L√ľbeck

1975 Dr. Rudolf Hanfland, Landstuhl

1978 Prof. Dr. Hans A. Weidlich, BadenBaden

1981 Joachim Frey, Frankfurt/Main

1985 Dr. Heinz Jaeger, Lörrach

1989 Emil W. Mewes, D√ľsseldorf

1992 Peter Fischer, Berlin

1995 August Wahn, Heilbronn

1999 Konsul Hermann W. Sieger, Lorch/W√ľrtt.

2004 Reiner Wyszomirski, Langen

2011 Dr. Eckhart Bergmann, Arnstad
 

Eine Forschungsgemeinschaft stellt sich vor

Geschichte der Deutschen Philatelie –
Deutsche Bundes- und Philatelistentage e.V.
im Bund Deutscher Philatelisten e.V.

2. Vorsitzender und Gesch√§ftsf√ľhrer/Gesch√§ftsstelle:
Volker Köppel, Sachsenring 32, 65817 Eppstein Рe-mail
volker.koeppel@gmx.de

Schon Anfang der 70er Jahre haben die Sammler der Belege zu den Deutschen Bundes- und Philatelistentagen den ersten Versuch unternommen, sich zusammenzuschlie√üen. Motor war der leider viel zu fr√ľh verstorbene Joachim Frey, Frankfurt/Main. Auf seine Initiative hin wurde 1974 zum 28. Bundestag des Bundes Deutscher Philatelisten e.V. und zum 75. Deutschen Philatelistentag in Bad Homburg v.d.H. eine Festschrift ‚Äě1889-1974 - 75 Deutsche Philatelistentage“ herausgegeben.

Sie enth√§lt die Geschichte der Deutschen Philatelistentage und bringt Bilder, Beleg- und Stempelabbildungen sowie Hinweise zu den Philatelistentagen von 1889 bis 1974. Enthalten sind ferner Hinweise zur ‚ÄěHans-Wagner-Stiftung“ (Vater der Philatelistentage) und deren Tr√§ger seit der Stiftung im Jahre 1909.

Beim 32. Bundestag und 79. Deutschen Philatelistentag in Frankfurt/Main wurde der Zusammenschluss der interessierten Sammler unter der Leitung von Dr. Karl Bergrath, Gefrees, neu in Angriff genommen. Leider ist auch Dr. Bergrath viel zu fr√ľh verstorben. Sammlerfreund Wolfgang Jahn, M√ľnchen, war es dann vorbehalten die Forschungsgemeinschaft offiziell zu gr√ľnden und die Eintragung in das Vereinsregister in Frankfurt/Main zu veranlassen.

Zum Jubilum in Mainz 1989, dem 90. Deutschen Philatelistentag und dem 43. Bundestag des Bundes Deutscher Philatelisten e.V., erfolgte dann die Herausgabe einer Festschrift, ‚Äě100 Jahre Deutsche Philatelistentage - 1889 - Mainz - 1989“. Diese von Wolfgang Fendler und Volker K√∂ppel zusammengestellte und bearbeitete umfangreiche und aufwendig gestaltete Festschrift, wurde allen Teilnehmern des Philatelistentages vom Bund Deutscher Philatelisten e.V. √ľberreicht. Den Festvortrag (mit Dias) zum Jubil√§um ‚Äě100 Jahre Deutsche Philatelistentage“ hielt der damalige Pr√§sident des Bundes Deutscher Philatelisten e.V., Dr. Heinz Jaeger, L√∂rrach.

Aus Anlass des 100. Deutschen Philatelistentages 1999 in Soest, wurde diese Festschrift von Volker K√∂ppel neu bearbeitet und erg√§nzt. Sie wurde wiederum allen Teilnehmern des Philatelistentages, als Erinnerung an das Jubil√§um, √ľberreicht.

Die Forschungsgemeinschaft hat sich zur Aufgabe gemacht, postalische Belege, Sonderstempel, Literatur, aber auch alle anderen, mit den Deutschen Philatelistentagen zusammenh√§ngende Materialien (Festb√ľcher, Speisekarten, Vignetten bzw. Werbemarken, Abzeichen, Bilder usw.) zusammenzutragen und zu dokumentieren. Dazu wurde ein HANDBUCH geschaffen, von dem bereits √ľber zehn B√§nde (loses Blattsystem) vorliegen.

Die Forschungsergebnisse werden im Rahmen der Handbuchfolgen ver√∂ffentlicht. Diese beinhalten jeweils einen oder mehrere Bundes- und Philatelistentage und erscheinen mindestens einmal j√§hrlich. So werden im Laufe der Zeit alle Deutschen Bundes- und Philatelistentage aufgearbeitet und dokumentiert. Bei der F√ľlle des zu bearbeitenden Materials aus der √ľber hundertj√§hrigen Geschichte der Philatelistentage ist dies ein arbeitsintensives Vorhaben, das nur nach und nach verwirklicht werden kann.

Alle Freunde dieses Sammelgebietes sind zur Mitarbeit aufgerufen. F√ľr unsere Forschungsgemeinschaft ist alles Material von den Deutschen Bundes- und Philatelistentagen von Interesse. Dazu gehrt auch Material von den Verbands- und Philatelistentagen des Deutschen Philatelistenverbandes in der Tschechoslowakei von 1920 bis 1938 und den vergleichbaren Veranstaltungen in der ehemaligen DDR.

Die Forschungsgemeinschaft hat z. Zt. 25 Mitglieder.

Der Jahresbeitrag betr√§gt Euro 20.-, Voraussetzung f√ľr eine Mitgliedschaft in unserer Forschungsgemeinschaft ist die Mitgliedschaft in einem dem Bund Deutscher Philatelisten e.V. angeschlossenen Verein oder eine BDPh-Einzelmitgliedschaft.

Die regelmäßigen Treffen der Forschungsgemeinschaft sind die Jahreshauptversammlungen und beim jährlich stattfindenden Philatelistentag.
 

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